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Ratgeber7 Min. Lesezeit

Fotos an Kunden senden: von der Vorauswahl bis zur RAW-Datei

JPEGs in voller Auflösung, ab und zu ein Wunsch nach RAW-Dateien, Hunderte Bilder und ein Kunde, der alles auf dem Handy öffnet. So sieht eine Übergabe aus, die die Qualität erhält und professionell wirkt.

Von Transfr-Team

Am besten senden Sie Fotos an Kunden als JPEGs in voller Auflösung, sauber in benannten Ordnern sortiert, und zwar über einen Download-Link statt per E-Mail oder Messenger, die Bilder begrenzen oder komprimieren. Kunden, die ausdrücklich RAW-Dateien brauchen, bekommen diese auf demselben Weg, zusätzlich zu den JPEGs und mit einem kurzen Hinweis, wie man sie öffnet.

Die Übergabe ist das Letzte, was ein Kunde von Ihrem Auftrag erlebt, und oft der Moment, in dem er entscheidet, ob er Sie wieder bucht. Dieser Leitfaden zeigt, welches Format Sie liefern (JPEG, RAW, TIFF), wie Sie exportieren, wann eine Online-Galerie und wann ein Transfer-Link passt, und gibt Ihnen eine Checkliste für eine Übergabe, die so gut aussieht wie die Bilder selbst.

JPEG, RAW oder TIFF: Was sollten Sie liefern?

Gängige Lieferformate für Fotografen
FormatWas es istTypische GrößeFür wen
JPEG (volle Auflösung)Bearbeitet, komprimiert, öffnet sich überallEtwa 5–25 MB je nach Auflösung und QualitätFast alle Kunden
JPEG (Web-Größe)Verkleinert für Social Media und WebsitesUnter 1 MBKunden, die online posten
TIFF (16 Bit)Bearbeitet, verlustfrei, für Druck und RetuscheOft 100 MB und mehr pro BildDruckereien, Agenturen, Retuscheure
RAW (CR3, NEF, ARW, RAF, DNG)Unbearbeitete Sensordaten, braucht einen RAW-KonverterEtwa 20–60 MB bei aktuellen KamerasAndere Fotografen, manche Geschäftskunden

Die meisten Kunden, vom Hochzeitspaar bis zum kleinen Betrieb, brauchen bearbeitete JPEGs in voller Auflösung und idealerweise einen zweiten Satz in Web-Größe für Instagram und Co. TIFFs lohnen sich für Druckaufträge oder wenn ein Retuscheur übernimmt. RAW-Dateien sind ein Sonderfall, dazu gleich mehr.

RAW-Dateien an Kunden herausgeben: ja oder nein?

Viele Fotografen geben keine RAW-Dateien heraus und schreiben das auch in den Vertrag: Eine RAW-Datei ist ein unfertiges Negativ, und ein unbearbeitetes Bild, das mit Ihrem Namen kursiert, zeigt nicht Ihre Arbeit. Andere liefern sie bei Werbeaufträgen, an Zweitfotografen oder gegen Aufpreis. Eine allgemeine Regel gibt es nicht. Wichtig ist, dass der Vertrag es vor dem Shooting klar regelt, am besten zusammen mit den Nutzungsrechten an den Bildern.

Wenn Sie RAW-Dateien versenden, sagen Sie dem Kunden, wie er sie öffnet. Aktuelle Versionen der Vorschau unter macOS und der Fotos-App unter Windows (mit der kostenlosen Raw-Bilderweiterung von Microsoft) zeigen viele RAW-Formate an. Bearbeiten lassen sie sich mit Adobe Lightroom, Capture One oder der kostenlosen Software des Kameraherstellers. DNG, das offene RAW-Format von Adobe, ist am breitesten lesbar, falls Ihr Workflow die Umwandlung erlaubt. Die technische Seite des Versands beschreibt unsere Seite zum Versenden von RAW-Fotos.

Export-Einstellungen, die die Qualität erhalten

  • Volle Auflösung, kein Verkleinern für die Hauptlieferung.
  • Hohe JPEG-Qualität (etwa 90 oder mehr auf einer Skala von 0 bis 100): Der sichtbare Unterschied zu 100 ist minimal, die Dateien sind aber spürbar kleiner.
  • Farbraum sRGB für JPEGs, die auf Bildschirmen oder in Fotolaboren für Endkunden landen; Adobe RGB oder ProPhoto nur, wenn der Workflow des Kunden das erwartet.
  • Metadaten bewusst wählen: Urheber- und Kontaktangaben in die IPTC-Felder, GPS-Daten bei Privatkunden besser entfernen.
  • Ein zweiter Export in Web-Größe (zum Beispiel 2.048 Pixel an der langen Kante), damit Kunden keine 20-MB-Dateien auf Instagram hochladen.

Warum nicht per E-Mail, WhatsApp oder USB-Stick?

E-Mail ist bei den meisten Anbietern bei 20 bis 25 MB pro Nachricht Schluss: bei GMX und WEB.DE FreeMail sind es 20 MB, bei Gmail 25 MB (Stand: Oktober 2026). Das reicht für zwei oder drei Fotos, mehr dazu unter maximale Anhang-Größe. Messenger sind auf andere Weise schlechter: Sie komprimieren Fotos, die als Medien verschickt werden, meist neu, sodass der Kunde ein sichtbar weicheres Bild bekommt, außer Sie senden die Dateien als Dokument. Ein USB-Stick hat als Erinnerungsstück bei Hochzeiten weiterhin seinen Platz, kann aber verloren gehen, muss verschickt werden und lässt sich nicht mehr ändern, wenn Sie nach der Übergabe einen Fehler entdecken.

Galerie-Plattform für KundenTransfer-Link
Ideal fürVorauswahl, Favoriten, Verkauf von AbzügenEndlieferung, schnelle Übergaben, RAW-Dateien
Erlebnis für den KundenDurchblätterbare GalerieVorschau, dann alles auf einmal herunterladen
KostenMeist ein kostenpflichtiges AboKostenlose Angebote verfügbar
DateigrößeHängt vom Speicher des Tarifs abPro Transfer: bis zu 100 GB kostenlos bei Transfr
Aufwand pro AuftragGalerie anlegen und gestaltenOrdner hineinziehen, Link senden

Viele Fotografen nutzen beides: eine Galerie für die Vorauswahl, einen Transfer-Link für die finalen hochaufgelösten Dateien, für RAW-Lieferungen oder für Daten an eine Druckerei oder einen Art Director. Ein Link ist auch der einfachste Weg, Dateien an einen Retuscheur oder einen Kollegen zu schicken.

Ein ganzes Shooting in einem Link

Bis zu 100 GB pro Transfer kostenlos. Kunden sehen die Fotos vor dem Herunterladen in der Vorschau.

Fotos senden
  1. Schritt 1

    Export ordnen

    Ein Ordner pro Lieferung, mit Unterordnern wie „Volle Auflösung“ und „Web“. Benennen Sie die Dateien einheitlich, zum Beispiel Kundenname_Anlass_001.jpg.

  2. Schritt 2

    Ordner hochladen

    Ziehen Sie den ganzen Ordner auf Transfr. Die Struktur bleibt erhalten, und über „Alle herunterladen“ bekommt der Kunde ein einziges ZIP mit denselben Ordnern. Selbst zippen müssen Sie nicht.

  3. Schritt 3

    Optionen festlegen

    Setzen Sie bei privaten Shootings ein Passwort und wählen Sie das Ablaufdatum. Mit einem kostenlosen Konto erhalten Sie eine E-Mail, sobald der Kunde herunterlädt.

  4. Schritt 4

    Per E-Mail oder Link senden

    Geben Sie die Adresse des Kunden ein oder kopieren Sie den Link in Ihre eigene Übergabe-Mail.

  5. Schritt 5

    Feedback einholen

    Kunden sehen JPEGs direkt im Browser (RAW-Dateien werden heruntergeladen, nicht angezeigt) und können Kommentare an eine Stelle oder einen Bereich im Bild heften. Das ist praktisch für Retuschewünsche.

Im kostenlosen Tarif bleibt der Link bis zu 7 Tage verfügbar, ein guter Anstoß für Kunden, zügig herunterzuladen. Mit Transfr Pro bleiben Links bis zu 60 Tage online, und die Download-Seite trägt Ihr Logo, Ihren Hintergrund und Ihre eigene Subdomain oder Domain, siehe eigenes Branding.

Checkliste für eine professionelle Übergabe

  1. Vor dem Export aussortieren und prüfen: keine Duplikate, keine unbearbeiteten Ausreißer, einheitliche Farben in der ganzen Serie.
  2. Dateien und Ordner klar benennen, mit dem Namen des Kunden und dem Datum.
  3. Eine kurze Übergabe-Nachricht schreiben: was enthalten ist, wie lange der Link gilt, wie man am Computer herunterlädt, welche Nutzungsrechte gelten.
  4. Kunden bitten, große Serien am Computer herunterzuladen, nicht auf dem Handy, und eine Sicherungskopie anzulegen.
  5. Die Download-Benachrichtigung im Blick behalten (für angemeldete Absender) und freundlich erinnern, wenn nach ein paar Tagen nichts heruntergeladen wurde.
  6. Ein eigenes Archiv führen, so lange, wie Ihr Vertrag es zusagt; ein Download-Link ist kein Backup.

Fotos an Fotolabor, Agentur oder Redaktion senden

Professionelle Empfänger haben meist Vorgaben: Farbprofil, Auflösung, Dateiformat, manchmal eine Namenskonvention oder eine maximale Dateigröße. Fragen Sie vor dem Export danach, statt nach einer Ablehnung neu zu exportieren. Fotolabore wollen oft JPEG oder TIFF in einem bestimmten Farbraum in der endgültigen Druckgröße, Agenturen und Redaktionen ausgefüllte IPTC-Bildunterschriften und Credits. Bei Redaktionsschluss senden Sie den Link noch am selben Tag und prüfen per Download-Benachrichtigung, ob die Dateien abgeholt wurden, statt auf einen angekommenen Anhang zu hoffen.

Brauchen mehrere Personen dieselben Dateien (Kunde, Grafiker und Druckerei), ist ein einziger Link an alle einfacher als drei getrennte Lieferungen, und Sie laden nur einmal hoch.

Ihre Bilder und die Privatsphäre Ihrer Kunden schützen

Hochzeits-, Familien- und Boudoir-Fotos zeigen erkennbare Personen und sind damit in der Regel personenbezogene Daten im Sinne der DSGVO. Verwenden Sie ein Passwort, schicken Sie es auf einem anderen Weg, und setzen Sie lieber auf Links, die ablaufen, als auf Ordner, die für immer öffentlich bleiben. Bei sensiblen Shootings sorgt die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung dafür, dass die Fotos schon in Ihrem Browser verschlüsselt werden und nur Personen mit dem vollständigen Link sie entschlüsseln können. Unsere Anleitung Dateien sicher versenden und die Seite zu Transfers mit Passwort erklären die Möglichkeiten.

Wie lange dauert der Upload eines großen Shootings?

Eine Hochzeit mit 800 JPEGs zu je 15 MB ergibt rund 12 GB; mit den RAW-Dateien kann es das Dreifache werden. Bei 20 Mbit/s Upload dauern 12 GB etwa 1 Stunde 20 Minuten, bei 100 Mbit/s etwa 16 Minuten. Viele DSL-Anschlüsse haben deutlich weniger Upload als Download, planen Sie also vor allem bei RAW-Lieferungen Zeit ein. Alle Kombinationen finden Sie unter Upload-Dauer berechnen, und wenn es hakt, hilft Upload langsam: was tun?.

Und umgekehrt: Fotos von Kunden empfangen

Auch der umgekehrte Fall kommt vor: Referenzbilder, alte Familienfotos zum Restaurieren, Produktfotos eines Kunden. Mit einer Dateianfrage laden Kunden ihre Originale ohne Konto zu Ihnen hoch, und Sie arbeiten nie mit komprimierten Kopien aus dem Chat. Mehr dazu unter Dateien von Kunden empfangen.

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